Analytical Reviews

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XAG/USD. Kursanalyse. Prognose. Äußerungen von Politikern und anhaltende Inflation könnten das Wachstumspotenzial von Silber begrenzen
18:41 2026-08-27 UTC--4

Am Donnerstag legte Silber (XAG/USD) weiter zu und wurde knapp unter der runden Marke von 70,00 $ gehandelt, ein Tagesplus von 2,75 %. Das Edelmetall bewegt sich damit auf die obere Begrenzung der Handelsspanne zu, die die Kurse in dieser Woche eingeengt hat, während sich der Fokus der Anleger auf das Symposium in Jackson Hole richtet.

Der zentrale Faktor ist derzeit die bevorstehende Rede des Vorsitzenden der Federal Reserve, Kevin Warsh, die für Freitag angesetzt ist. Die Märkte suchen nach Hinweisen darauf, wie die US-Notenbank den aktuellen Inflationsdruck einschätzt und welche Konsequenzen dies für künftige Zinsentscheidungen hat.

Bei der geldpolitischen Sitzung im Juli gab Warsh keinen klaren Ausblick auf die nächsten Schritte der Fed, bekräftigte jedoch die Entschlossenheit der Notenbank, die Inflation wieder auf ihr 2 %-Ziel zurückzuführen. Eine ähnliche Aussage am Freitag könnte die Erwartung untermauern, dass die Zinsen für längere Zeit hoch bleiben – was wiederum belastend für das weitere Aufwärtspotenzial von Silber wäre.

Jüngste US-Konjunkturdaten deuten weiterhin auf anhaltenden Inflationsdruck hin. Der am Mittwoch veröffentlichte Preisindex für die Konsumausgaben (PCE) zeigt, dass die Inflation nach wie vor über dem Zielkorridor der Fed liegt, auch wenn die jüngsten Preisindikatoren nicht auf eine starke Beschleunigung hinweisen. Vorläufigen Daten des CME FedWatch zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen auf ihrer geldpolitischen Sitzung im September unverändert lässt, bei 62 %.

Einige Fed-Vertreter äußern sich ebenfalls vorsichtig zu den Inflationstrends. Die Präsidentin der Cleveland Fed, Beth Hammack, betonte am Donnerstag, dass angesichts des anhaltenden Inflationsdrucks Handlungsbedarf besteht, und fügte hinzu, dass die derzeitige Geldpolitik für die US-Wirtschaft nicht restriktiv sei. Sie unterstrich zudem das Risiko, dass Haushalte das Vertrauen in die Fähigkeit der Fed verlieren könnten, die Inflation bei 2 % zu stabilisieren.

Der Präsident der Kansas City Fed, Jeff Schmid, hob unterdessen hervor, dass der Energieschock beginnt, sich auf die Wirtschaft auszuwirken, und bestätigte damit die Bedeutung einer Rückkehr zu den angestrebten Inflationszielen. Der Präsident der Chicago Fed, Austin Goolsbee, äußerte die größte kurzfristige Sorge darüber, dass die Inflation noch nicht vollständig unter Kontrolle sei.

Diese Aussagen könnten den US-Dollar und die Renditen von Staatsanleihen stützen, falls Anleger ihre Erwartungen an eine geldpolitische Lockerung nach unten korrigieren. Ein stärkerer Dollar und steigende Zinsen setzen Silber in der Regel unter Druck, da sie die Opportunitätskosten für das Halten des Metalls erhöhen.

Gleichzeitig sorgt die geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten weiterhin für gewisse Unterstützung der Edelmetallpreise. Die Spannungen in der Straße von Hormus bleiben hoch, trotz der Verhandlungen zwischen Iran und Oman, und die Sorge um die Energieversorgung stützt die Nachfrage nach sicheren Häfen und damit auch die Wahrnehmung von Inflationsrisiken.

Für attraktivere Handelsgelegenheiten könnte es sinnvoll sein, zunächst die Rede von Warsh am Freitag abzuwarten, deren Aussagen den Dollar beeinflussen und damit auch Silber zusätzlichen Impuls verleihen könnten.

Aus technischer Sicht konsolidiert Silber an der oberen Begrenzung der wöchentlichen Handelsspanne und zeigt sich robust knapp unter der 9-Tage-EMA und der Marke von 66,83. Die Oszillatoren bleiben positiv und bestätigen die Dominanz der Bullen am Markt. Der Weg des geringsten Widerstands zeigt nach oben.

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