Analytical Reviews

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EUR/USD Überblick. 10. August. Non-Farm Payrolls fällen ihr Urteil über den Dollar
21:58 2026-08-09 UTC--4

Das Währungspaar EUR/USD verzeichnete am Freitag einen recht ordentlichen Anstieg, obwohl dieser deutlich stärker hätte ausfallen können. Nicht nur „hätte“, sondern „hätte müssen“. Der Grund dafür ist, dass der Non-Farm-Payrolls-Bericht nicht mehr nur ein wichtiger Bericht ist; er wird in naher Zukunft über den Kurs der Geldpolitik der Federal Reserve entscheiden. Erinnern wir uns daran, dass im vergangenen Jahr „die stärkste Wirtschaft der Welt“ etwa 18.000 Arbeitsplätze pro Monat geschaffen hat. Unter Joe Biden schwankte dieser Wert zwischen 120.000 und 150.000. Die Fed senkte den Leitzins Ende 2025 dreimal, und zu Beginn des Jahres 2026 begann sich der Indikator spürbar zu verbessern. So wurden im Januar 160.000 Stellen geschaffen, im März 214.000. Der Februar war ein Fehlschlag, doch die negative Zahl von -156.000 wurde auf Massenstreiks zurückgeführt. Seit April gehen die Non-Farm Payrolls jedoch wieder zurück. Die Zahlen sind Monat für Monat gesunken: 148.000, 63.000, 20.000, -23.000. Das ist längst kein einmaliges Ereignis oder ein bloßer Zufall mehr, sondern ein klarer Abwärtstrend.

Darüber hinaus ist bemerkenswert, dass das US-Statistikamt die Daten des Vormonats erneut nach unten revidiert hat. Unter Donald Trump erfolgen Korrekturen fast immer in Richtung geringerer Werte, wobei die April- und Mai-Zahlen um jeweils 100.000 Stellen nach unten angepasst wurden. Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, dass die Non-Farm-Payrolls-Zahl nur scheinbar präzise ist. In Wirklichkeit wird sie jeden Monat erneut überprüft und kann sogar noch am Jahresende geändert werden. Wenn also hypothetisch angegeben wird, dass im März 200.000 Stellen geschaffen wurden, bedeutet das keineswegs, dass in diesem Monat tatsächlich 200.000 Arbeitsplätze entstanden sind.

Infolgedessen fiel der Wert für Juli negativ aus und verfehlte die Prognosen um 100.000. Auch die revidierten Werte für Juni und Mai wurden jeweils um 100.000 nach unten korrigiert. Als Reaktion auf dieses völlige Scheitern reagierte der Markt mit einem Dollar-Verkauf von 50 Pips … Aus unserer Sicht ist das „lächerlich“. Welche Bedeutung hat der Juli-Bericht? Die Antwort ist einfach: Da der US-Arbeitsmarkt „am Boden liegt“, sind die Chancen auf eine geldpolitische Straffung durch die Fed im September minimal. Und es besteht keine Notwendigkeit, verschiedene Indikatoren wie FedWatch zu betrachten. Sie sind genauso „präzise“ wie die Non-Farm Payrolls. Heute mag er eine Wahrscheinlichkeit von 80 % für eine Zinserhöhung anzeigen, und eine Woche später 10 %.

Der Markt war bereits im Juni überzeugt, dass die Fed im Jahr 2026 die Zinsen zwangsläufig anheben würde. Wir haben davor gewarnt, dass dies unwahrscheinlich ist. Nun kommt der Markt selbst zu dieser Schlussfolgerung. Wenn die Fed ihre Pläne zur Straffung der Geldpolitik aufgibt, sich der Arbeitsmarkt weiter abschwächt und die Wirtschaftstätigkeit nachlässt – was ist dann vom US-Dollar zu erwarten? Dasselbe wie 2025: eine Abwertung. Die Geopolitik hat die US-Währung in der ersten Jahreshälfte stark gestützt, doch Trump führt Amerika weiterhin in eine strahlende Zukunft. Folglich wird der Dollar langfristig weiter schwächer werden.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD über die letzten fünf Handelstage beträgt zum 10. August 47 Pips und wird als „mittel-niedrig“ eingestuft. Wir erwarten, dass sich das Paar am Montag in einer Spanne zwischen 1,1511 und 1,1605 bewegt. Der obere lineare Regressionskanal zeigt nach unten und signalisiert damit die Fortsetzung eines Abwärtstrends. Der CCI-Indikator ist in den überkauften Bereich eingetreten und hat eine „bärische“ Divergenz ausgebildet, was auf eine mögliche Abwärtskorrektur hindeutet.

Nächste Unterstützungszonen:

S1 – 1,1536

S2 – 1,1505

S3 – 1,1475

Nächste Widerstandszonen:

R1 – 1,1566

R2 – 1,1597

R3 – 1,1627

Handelsempfehlungen:

Das Paar EUR/USD hat im 4-Stunden-Chart einen neuen Aufwärtstrend begonnen, was den Start einer neuen Phase im übergeordneten Aufwärtstrend auf höheren Zeitebenen signalisieren könnte. Das globale fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt negativ, doch im Jahr 2026 haben geopolitische Faktoren und die „hawkishe“ Haltung der Fed der US‑Währung kräftige Unterstützung geliefert. Allerdings geht jedes Märchen irgendwann zu Ende. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1475 und 1,1444 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts sind Long-Positionen mit Zielen bei 1,1597 und 1,1605 relevant.

Erläuterungen zu den Abbildungen:

  • Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung weisen, ist der Trend derzeit stark.
  • Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen: 20, 0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die sich Trader orientieren sollten.
  • Murray-Level – Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen.
  • Volatilitätszonen (rote Linien) – der wahrscheinliche Preiskanal, in dem sich das Paar in den nächsten 24 Stunden auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren bewegen wird.
  • Der CCI-Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) zeigt an, dass eine Trendumkehr in die Gegenrichtung näher rückt.

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