Heute, am Dienstag, steht das Währungspaar EUR/USD den zweiten Tag in Folge unter Verkaufsdruck und notiert in der Nähe des Zusammenlaufs von drei gleitenden Durchschnitten um 1,1850, oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 1,1800. Das übergeordnete fundamentale Umfeld mahnt jedoch zur Vorsicht auf der Verkäuferseite, bevor Short-Positionen eröffnet werden.
Der U.S. Dollar Index (DXY), der die Entwicklung des Dollars gegenüber einem Währungskorb widerspiegelt, behauptet die moderaten Gewinne des Vortags, notiert über der Marke von 97,00 und setzt das Währungspaar EUR/USD weiter unter Druck.

Die Gemeinschaftswährung gerät unter Druck, da die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Leitzinssenkung durch die Europäische Zentralbank steigt. Auslöser hierfür ist die Abschwächung der Inflation im Euroraum auf den niedrigsten Stand seit September 2024. Gleichzeitig ist das Aufwärtspotenzial des US-Dollars durch die Erwartung geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen der Federal Reserve begrenzt. Nach der Veröffentlichung schwächerer US-Verbraucherinflationsdaten am vergangenen Freitag haben Marktteilnehmer ihre Erwartungen an eine Zinssenkung der Fed erhöht, die bereits im Juni erfolgen könnte. Hinzu kommen anhaltende Diskussionen über die Unabhängigkeit der Fed, die die Dollar-Stärke dämpfen und einen deutlichen Rückgang des EUR/USD verhindern könnten.
Ein grundsätzlich optimistisches Marktumfeld könnte zudem die Nachfrage nach dem US-Dollar als sicherem Hafen begrenzen. Derzeit ist es ratsam, vorerst von entschlossenen Positionierungen Abstand zu nehmen, bis mehr Klarheit über den weiteren Zinssenkungspfad der Fed herrscht, und den Fokus auf das am Mittwoch anstehende Protokoll der FOMC-Sitzung zu richten. Darüber hinaus werden die vorläufigen Daten zum US-BIP für das vierte Quartal, der Personal Consumption Expenditures (PCE) Preisindex sowie die globalen vorläufigen PMI-Daten den Ton für die zweite Wochenhälfte angeben.
Aus technischer Sicht versucht das Währungspaar, den Bereich einer Konstellation aus drei gleitenden Durchschnitten um 1,1850 nach oben zu durchbrechen. Gelingt dies, eröffnet sich der Weg in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 1,1900, wobei ein Zwischenwiderstand nahe 1,1890 liegt. Scheitert das Paar an dem aktuellen Widerstand, könnte es sich in Richtung 1,1800 bewegen, mit einer Zwischenunterstützung um 1,1810. Die Oszillatoren im Tageschart senden gemischte Signale, und der Relative-Stärke-Index liegt in der Nähe des neutralen Bereichs, was darauf hindeutet, dass die Aufwärtsdynamik deutlich nachgelassen hat.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung des US-Dollars gegenüber den wichtigsten Währungen in dieser Woche. Der Dollar hat sich am stärksten gegenüber dem japanischen Yen entwickelt.
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