Am gesamten Freitag bewegte sich das Währungspaar EUR/USD weiterhin seitwärts zwischen dem 50,0%-Korrekturlevel bei 1,1830 und dem 38,2%-Level bei 1,1889. Heute würde eine Konsolidierung oberhalb von 1,1889 den Euro begünstigen und etwas Aufwärtspotenzial in Richtung des 23,6%-Korrekturlevels bei 1,1963 eröffnen. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1830 würde hingegen den Weg für einen Rückgang in Richtung des 61,8%-Fibonacci-Levels bei 1,1769 freimachen.
Die Wellensituation im Stundenchart bleibt übersichtlich. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das Tief der vorherigen Welle nicht durchbrochen, und die letzte Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch nicht überschritten. Damit bleibt der Trend weiterhin bullisch. Die Bullen haben in einem übergeordneten Aufwärtstrend pausiert, der ohne Donald Trump nicht möglich gewesen wäre. Trump hat die Spannungen weltweit und innerhalb der Vereinigten Staaten erheblich verschärft, und die Märkte reagieren weiterhin, indem sie sich vom US-Dollar abwenden, der als mit wirtschaftlicher Unsicherheit behaftet gilt.
Am Freitag ignorierten die Händler den Nachrichtenhintergrund. Der Inflationsbericht wird im Artikel zu GBP/USD besprochen; hier liegt der Fokus auf einem möglichen US-Angriff auf den Iran. Donald Trump droht seit mehreren Wochen mit einem entschiedenen Schlag gegen iranische Einrichtungen, stellt sich gegen das aktuelle Regime und die derzeitigen Machthaber und unterstützt Demonstranten, unter denen etwa 3.000 Todesfälle gemeldet worden sein sollen. Gestern wurde bekannt, dass Trump eine zweite Flotte von Kriegsschiffen in Richtung Persischer Golf beordert hat. Laut Reuters bereiten sich die US-Streitkräfte auf eine mehrwöchige Operation vor, die auf den Sturz der aktuellen Regierung sowie die Zerstörung militärischer Stützpunkte und nuklearer Anlagen abzielt. Teheran hat unterdessen abgelehnt, die Urananreicherung einzustellen, und bereitet sich darauf vor, einen möglichen US-Angriff abzuwehren. Gleichzeitig laufen die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran weiter, doch laut quellenahen Berichten sind die Fortschritte weiterhin minimal. Solange es irgendeine Chance auf eine Einigung gibt, wird Trump vermutlich keinen Befehl zum Angriff erteilen. Nach meiner Einschätzung ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Abkommen zustande kommt, jedoch äußerst gering.

Im 4-Stunden-Chart prallte das Paar vom 100,0%-Korrekturlevel bei 1,1919 auf Basis eines neuen Fibonacci-Rasters ab und drehte zugunsten des US-Dollars. Daher kann der Rückgang sich in Richtung des 76,4%-Fibonacci-Levels bei 1,1813 fortsetzen. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1919 würde die Wahrscheinlichkeit eines anhaltenden Anstiegs in Richtung des Widerstandsbereichs von 1,2040–1,2066 erhöhen. Auf den Indikatoren sind derzeit keine sich abzeichnenden Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report:

In der letzten Berichtswoche eröffneten professionelle Händler 16.403 Long-Positionen und schlossen 541 Short-Positionen. Die Stimmung in der Gruppe der „Non-commercial“-Akteure bleibt bullisch, vor allem aufgrund von Donald Trump und seiner Politik, und verstärkt sich weiter. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen beläuft sich nun auf 319.000 gegenüber 138.000 Short-Positionen. Das entspricht einem mehr als doppelt so großen Vorteil für die Bullen.
Über dreiunddreißig Wochen in Folge reduzierten Großanleger ihre Short-Positionen und bauten ihre Long-Positionen aus. Dann kam es zu einer Unterbrechung, doch nun beobachten wir wieder dasselbe Muster: Professionelle Händler erhöhen weiterhin ihr Long-Engagement. Die Politik von Donald Trump bleibt der wichtigste Faktor für die Händler, da sie eine Vielzahl langfristiger struktureller Herausforderungen für die USA schafft, darunter eine deutliche Verschlechterung des Arbeitsmarktes (2025) und einen Rückgang des internationalen Ansehens. Händler sind zudem besorgt über einen möglichen Verlust der Unabhängigkeit der Federal Reserve im Jahr 2026 und über Trumps geopolitische Ambitionen.
Nachrichtenkalender für die USA und die Europäische Union:
Europäische Union – Veränderung der Industrieproduktion (10:00 UTC).
Am 16. Februar weist der Wirtschaftskalender nur einen Eintrag auf, der zudem nicht besonders bedeutend ist. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung dürfte am Montag daher sehr begrenzt bleiben.
EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Verkaufsmöglichkeiten ergaben sich bei einem Stundenschlusskurs unter 1,1889 mit einem Ziel bei 1,1830. Diese Positionen können auch heute noch gehalten werden. Kaufgelegenheiten entstehen bei einem Stundenschlusskurs über 1,1889 mit einem Ziel bei 1,1963.
Fibonacci-Gitter sind im Stundenchart von 1,1805–1,1578 und im 4-Stunden-Chart von 1,1919–1,1471 eingezeichnet.
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